Kategorie-Archive: Schreiben

Metaphernbaukasten

Hier ein Beispiel für einen Metaphernbaukasten zum Thema Liebe.

Beschreibung: Adjektive und Nomen werden nach dem Zufallsprinzip kombiniert, sodass daraus eine „kühne“ Metapher entsteht, welche die Grundlage für ein Gedicht bildet.

Vorbereitung: Wortlisten auf verschieden farbiges Papier kopieren und Kärtchen ausschneiden.

Ablauf: Die Schüler ziehen jeweils zwei Kärtchen und schreiben das so entstandene Wortpaar auf ein leeres Blatt (ins Zentrum). Anschließend schreiben sie um den Begriff alle Assoziationen, die ihnen dazu in den Sinn kommen. Der nächste Schritt ist dann das eigentliche Schreiben des Gedichts. Man kann hier zusätzlich die Vorgabe machen, dass die Metapher im Titel auftauchen muss oder dass sie am Anfang, in der Mitte und am Ende des Gedichts stehen soll; man kann dies aber auch den Schülern später als Tipp geben, die gar nicht wissen, wie sie anfangen sollen.

Bei der späteren Besprechung lässt sich gut thematisieren, wie die Metaphern auf die Zuhörer gewirkt haben und inwiefern hier Deckungsgleichheit mit der Intention der Verfasser besteht.

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Balladen

Mit Balladen lassen sich viele interessante Dinge anstellen, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll. Darüber hinaus kann man an ihnen auch recht gut Inhaltsangaben einüben, weil sie in der Regel schön übersichtlich sind. Für eher schwächere Schüler geeignet ist dieser Arbeitsbogen zu Goethes Zauberlehrling, bei dem jeweils aus drei Möglichkeiten ein Satz ausgewählt werden muss, sodass sich am Ende eine vollständige Inhaltsangabe ergibt.

Eine weitere Schwierigkeit ist die indirekte Rede in der Inhaltsangabe, auf die sich der folgende Arbeitsbogen bezieht.  Aus Schillers Bürgschaft sind hier mehrere Passagen mit wörtlicher Rede herausgezogen. Zunächst einmal soll eine Auswahl getroffen werden, welche Mitteilungen unbedingt in die Inhaltsangabe gehören, um diese anschließend in indirekter Rede wiederzugeben. (Übrigens: Wenn die Balladen vorher auswendig gelernt wurden, werden die Inhaltsangaben wesentlich besser.)

Berufsfindung

An unserer Schule ist das erste Berufspraktikum im 9. Jahrgang installiert, und sinnigerweise übt man in dieser Zeit mit den jungen Leuten auch das Schreiben von Bewerbungen. Bevor man jedoch eine stimmige Bewerbung schreiben kann, sollte man sich über die eigenen Stärken und Interessen im Klaren sein.

Hier gibt es online eine Fülle von kostenpflichtigen und kostenlosten Angeboten. Zwei scheinen mir für die Arbeit mit Jugendlichen am ergiebigsten:

  1. finest-jobs.com (sehr detaillierte Fragen zum eigenen Verhalten, die die Jugendlichen dazu bringen, über sich selbst nachzudenken)
  2. BERUFE-Universum (Seite der Bundesanstalt für Arbeit, auf Ausbildungsberufe spezialisiert, mit Kompetenztests)

Wichtig ist, dass man die Ergebnisse der Tests kritisch hinterfragt (nach Abschluss lagen z.B.  meine Stärken eher im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich), aber auch die Schüler ermuntert, sich über Berufe zu informieren, die sie bisher noch nicht auf ihrem Radar hatten.

Für die Information eignet sich hervorragend für Ausbildungsberufe die Seite Planet Beruf des Arbeitsamts, auf der sogar inzwischen Praxisberichte enthalten sind. Weitergehende Informationen finden sich im Berufenet.

Möchte man das Schreiben von Bewerbungen möglichst realitätsnah üben, bietet sich natürlich an, von Stellenanzeigen in Tageszeitungen auszugehen. Online wären hier monster.de , stepstone.de und natürlich die Arbeitsagentur zu empfehlen.

Auch zum Schreiben von Bewerbungen gibt es eine Fülle von Online-Materialien; man sollte bei der Auswahl aber sehr vorsichtig sein. Vertrauenswürdig ist hier sicher wieder die Seite der Arbeitsagentur, Planet Beruf. Und auch hier findet man detaillierte Bewerbungen (Achtung; es erscheinen einige kostenpflichtige Links). Wenn man fehlerhafte Bewerbungen mit Schülern überarbeiten will, wird man hier fündig.

Parodien auf Weihnachtslieder

Es ist zwar etwas spät, aber hier kommt eine nette Idee für die letzten Tage vor Weihnachten, passend für Weihnachtsmuffel wie mich, denen es schwer fällt, in dieser hektischen Zeit irgendwie in der Klasse eine besinnliche Stimmung herbeizuzaubern — Zeitbedarf etwa zwei bis drei Stunden (ab 7. Klasse).

  1. Die Schüler listen erst einmal für sich selbst auf (gern auch als Brainstorming, wenn die Methode bekannt ist), was sie an Weihnachten überhaupt nicht leiden können. Anschließend tauschen sie sich in Kleingruppen darüber aus, welches die fünf wichtigsten Punkte sind, und stellen diese der Klasse vor.
  2. Anschließend werden bekannte Weihnachtslieder „gesammelt“; es kann auch nicht schaden, wenn die Schüler sie sich innerhalb der Gruppe gegenseitig vorsingen.
  3. Jeder sucht sich jetzt „sein“ Lied aus und dichtet es um, sodass eine weihnachtskritische Parodie entsteht. Dies kann auch gut als Hausaufgabe gegeben werden.
  4. In der Gruppe tragen sich die Schüler gegenseitig die Lieder vor und glätten gegebenenfalls den ein oder anderen Vers. (Bei Bedarf helfe ich hier auch ein.) Die besten werden zum Vortrag vor der Klasse ausgewählt. Der Vortrag kann dann z.B. im Rahmen einer „alternativen“ Weihnachtsfeier (mit Keksen!) zum Abschluss stattfinden.

Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber man könnte das auch in einer neunten oder zehnten Klasse durchführen. Hier würde ich jedoch Lieder mitbringen und die zunächst besprechen (z.B. We wish you a Merry Christmas, Jingle Bells).  Für die Vorbereitung vor dem Schreiben bräuchte man auch etwas mehr Zeit, um das Vokabular zu sichern.

Märchen (6. Klasse)

Abgesehen von den Einheiten in den Lesebüchern (an unserer Schule arbeiten wir mit dem Deutschbuch von Cornelsen) findet sich auf den folgenden Seiten eine Fülle von Material bzw. Arbeitsanregungen, mit denen man eigene Akzente setzen kann:

Am Beginn der Einheit steht erst einmal das Lesen und Erzählen von Märchen, wobei sich oft herausstellt, dass die Kinder kaum noch Märchen kennen, und wenn, dann nur in der Disney-Zeichentrickversion oder aus der Serie Simsala Grimm. Ausgehend von diesem Befund stelle ich dann eine Reihe von Märchen zusammen, die entweder gemeinsam gelesen und untersucht bzw. selbstständig gelesen werden sollen. (Dabei ist durchaus erwünscht, dass die Kinder sich einen Märchenband aus der Bibliothek ausleihen, sollte zuhause keiner vorhanden sein.) Nebenbei kann man dann auch noch den Unterschied zwischen mündlich erzählten und schriftlich festgehaltenen Märchen thematisieren, denn wenn die Kinder selbst Märchen mit in den Unterricht bringen, werden schnell die unterschiedlichen Varianten sichtbar.

Der zweite Schritt besteht dann im Untersuchen von Märchen, um die typischen Merkmale herauszuarbeiten. Abhängig von den gelesenen Texten könnte ein Tafelbild entstehen bzw. Arbeitsblatt ausgefüllt werden. (Methodisch könnte man entweder lehrerzentriert mit Unterrichtsgespräch und Festhalten an der Tafel/dem OHP arbeiten oder mit arbeitsteiliger Gruppenarbeit, wobei dann die einzelnen Schülerergebnisse auf Folie festgehalten, vorgestellt und anschließend für die Klasse kopiert werden.)
Fruchtbar sind im Anschluss an die Erarbeitung Diskussionen über die Allgemeingültigkeit dieser
Merkmale. Wer ist z.B. beim „Froschkönig“ die Heldenfigur? Der
verzauberte Prinz oder die verwöhnte Prinzessin? Ist „Hans im Glück“
nach diesen Merkmalen überhaupt ein Märchen?

Jetzt geht es an den kreativen Teil: selbst Märchen schreiben. Sehr viele Schreibanregungen finden sich in der Märchenwerkstatt (s.o.). Ich selbst habe mich intensiv mit den Übersetzungen befasst, wobei man ein modernes Märchen in die Gegenwart bzw. Zukunft überträgt. Zunächst erarbeitet man mit den Schülern die Figuren sowie die einzelnen Stationen der Handlung eines relativ übersichtlichen Märchens (z.B. Froschkönig, Rotkäppchen, Dornröschen, Aschenputtel, Frau Holle, …). Die Schüler müssen sich nun überlegen, wie man die Handlung sinnvoll übertragen kann, sodass ein neues, modernes Märchen entsteht, bei dem man dennoch die Strukturen des alten erkennen kann. Als Hilfe erhalten sie hierfür ein Arbeitsblatt, auf dem sie stichwortartig ihre Ideen eintragen. (Gleichzeitig übt man dabei das Erarbeiten eines Konzepts vor dem Schreiben.)

Wenn man dies als Klassenarbeit stellt und die Kriterien entsprechend formuliert, macht die anschließende Korrektur sogar Spaß, weil man viele interessante Texte erhält, die sich auch noch zügig bewerten lassen. Ausreichend wäre, wenn sich der Schreiber wenig von der Vorlage löst und nur schematisch überträgt; mangelhaft, wenn das neue Märchen in sich unstimmig wird bzw. man die Vorlage nicht mehr wiedererkennt; gut bis sehr gut, wenn Handlung, Figuren und Raum zu einem in sich stimmigen Ganzen verarbeitet werden.

Ablauf der Arbeit:
Dauer: zwei Schulstunden

  1. Märchentext lesen
  2. Ideen in das Arbeitsblatt eintragen (Stationen sind von mir vorformuliert, damit die Texte nicht ausufern)
  3. Text schreiben
  4. Rechtschreibkorrektur (Sollte die Zeit nicht ausreichen, gebe ich im eigenen Interesse die Hefte in der Folgestunde noch einmal für ca. 15Min. aus. Wenn man die Korrekturen in dieser Stunde mit Bleistift durchführen lässt, können keine inhaltlichen Änderungen vorgenommen werden, ohne dass man es merkt.)