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Rechtschreibung (Unterstufe)

Es ist natürlich leicht, in die „Früher-war-alles-besser-Falle“ zu tappen, aber mein subjektives Gefühl, dass die Rechtschreibleistungen der Kinder seit meiner eigenen Schulzeit extrem nachgelassen haben, ist inzwischen durch mehrere Studien bestätigt worden. Aus welchen Gründen auch immer fehlt zu vielen Schülern Grundwissen, wenn sie von der Grund- auf die weiterführende Schule wechseln. Schuldzuweisungen, etwa an die Schulen, die Elternhäuser oder die Medien oder die Gesellschaft im Allgemeinen helfen hier nicht weiter. Es müssen vielmehr pragmatische Wege gefunden werden, um diese Defizite auszugleichen, die sich sonst ein ganzes Schulleben und noch darüber hinaus fortsetzen. Eine Laisser-faire-Haltung etwa im Sinne von „Ist doch nicht so wichtig; Rechtschreibfertigkeiten sagen schließlich nichts über die Intelligenz aus“ hilft den Betroffenen nicht, denn spätestens wenn sie sich um eine Stelle bewerben, kann sich eine Rechtschreibschwäche als Knock-out-Kriterium erweisen.Eine weitere Beobachtung, die nicht nur ich, sondern auch viele Kollegen gemacht haben, betrifft das gezielte Einüben von Rechtschreibschwierigkeiten: Konzentriert man sich auf einzelne Phänomene und Regeln, stellt man fest, das gerade die Schwächeren nicht davon profitieren, sondern vielmehr noch verunsicherter sind als zuvor. Dies zeigt sich u.a. an einer erhöhten Verwechslung der geübten Schreibweisen. Bei den Betroffenen bleibt so vor allem hängen: „Das lerne ich nie!“ — Nicht gerade die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Rechtschreibkarriere.

Für meinen Unterricht habe ich deshalb folgende Schlüsse gezogen:

  1. Richtig schreiben lernt man nur durch Schreiben. Deshalb vergeht bei mir (fast) keine Stunde, in der nicht geschrieben wird, und seien es auch nur ein paar Sätze. Ähnlich verfahre ich bei den Hausaufgaben, die nur in Ausnahmefällen (z.B. Leseübungen) rein mündlich sind.
  2. Richtig schreiben lernt man nur durch richtiges Schreiben. Fehler, und seien sie auch nur zu Demonstrationszwecken angeführt, lasse ich nie von den Schülern abschreiben, auch nicht für Merkzettel. Bei Arbeiten müssen meine Schüler nur eine fest begrenzte Anzahl von Fehlern berichtigen, diese aber perfekt. (Schüler, die sowieso schon viele Fehler gemacht haben, bauen in eine unüberschaubar lange, und damit frustrierende Berichtigung nur noch mehr Fehler ein. Der Lerneffekt ist dann gleich null.)
  3. Rechtschreibung ist immer wichtig, nicht nur, wenn man für Diktate übt. Bei Schreibübungen erfolgt (fast) immer eine Überprüfung der Rechtschreibung, sei es durch mich oder Mitschüler. Bei Aufsätzen plane ich eine Korrektur- und Überarbeitungsphase ein, in unteren Klassen bevorzugt in der darauffolgenden Stunde am nächsten Tag, weil die Konzentration dann besser ist. (Wenn die Verbesserungen mit Bleistift gemacht werden, erfährt man Aufschlussreiches über die Korrekturstrategien der Schüler und kann entsprechend Tipps geben. Außerdem vermeidet man so das Problem, dass etwas Unerlaubtes (inhaltliche Verbesserungen) hinzugefügt werden könnte.)
  4. So weit möglich, verzichte ich vor allem in den unteren Klassen auf Kontrastierungen, weil diese nur noch mehr verwirren. Geht es in einer 5. Klasse also um das Festigen der Schreibung mit Doppelkonsonanz, versuche ich, die Schreibung bei Langvokal auszuklammern. Nur wenn Ersteres gefestigt ist, gehe ich zum Zweiten über, vorzugsweise erst in einer späteren Einheit.
  5. Weniger ist mehr: Ich versuche, den Kindern wenige eingängige Proben und Strategien auf den Weg zu geben und Ausnahmen möglichst auszuklammern. Schreiben erfolgt intuitiv. Es ist unrealistisch zu glauben, dass man den Schülern hilft, wenn man ihnen möglichst viele Regeln an die Hand gibt. (Erschreckt hat mich ein Kollege, der vor längerer Zeit in einem Diskussionsforum des Lehrerfreunds zum Thema „Rechtschreibreform“ alle Regeln und Besonderheiten der S-Schreibung durchdeklinierte, um zu zeigen, wie widersprüchlich die Regelungen seien. — Wenn er so unterrichtet, kann ich verstehen, dass die Schüler am Ende ratlos sind.) Vielmehr müssen die Schüler lernen, sich beim Üben auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es gilt nicht in erster Linie, alle Wörter richtig zu schreiben, sondern die meisten. Beispielhaft ist hier m.E. das Übungsheft des Klett-Verlags Richtig Schreiben — aber sicher. Darin wird den Lernenden gezeigt, was sie können müssen um möglichst viele Wörter sicher zu schreiben. Ausgehend von diesem Heft habe ich für meine Schüler ein Übersichtsblatt entwickelt, in der die wichtigsten Strategien und Proben hierarchisch geordnet sind, also vom Einfachen zum Komplexen übergehen. Wann ich dieses Blatt hineingebe oder ob ich es ggf. vereinfache, ist abhängig vom Leistungsstand der Klasse. Zum einen lässt es sich einsetzen, um sinnvolle Berichtigungen anzufertigen (bei Fehler ähnlich geschriebene Wörter bzw. Probe anführen) oder um Schüler dazu anzuregen, sich gezielt „Spickzettel“ gegen ihre eigenen Schwierigkeiten anzufertigen.
  6. Bei besonders rechtschreibschwachen Schülern fordere ich zusätzliches Üben ein — vorzugsweise in Zusammenarbeit mit den Eltern, z.B. in Form von Diktaten oder Abschreibdiktaten (nicht mehr als fünf Min. pro Tag) oder durch Anfertigen von Merkzetteln. Bei Letzteren kann man die Wirkung erhöhen, indem jedes Phänomen auf einen separaten, möglichst verschiedenfarbigen Zettel notiert wird. Wenn diese Zettel dann an unterschiedlichen Pätzen zum Lernen aufgehängt werden, hilft dies zusätzlich, Verwechslungen zu vermeiden. Darüber hinaus kann man noch das Üben mit einem Lernheft (mit Lösungen) empfehlen, z.B. das oben angeführte.

 

Märchen (6. Klasse)

Abgesehen von den Einheiten in den Lesebüchern (an unserer Schule arbeiten wir mit dem Deutschbuch von Cornelsen) findet sich auf den folgenden Seiten eine Fülle von Material bzw. Arbeitsanregungen, mit denen man eigene Akzente setzen kann:

Am Beginn der Einheit steht erst einmal das Lesen und Erzählen von Märchen, wobei sich oft herausstellt, dass die Kinder kaum noch Märchen kennen, und wenn, dann nur in der Disney-Zeichentrickversion oder aus der Serie Simsala Grimm. Ausgehend von diesem Befund stelle ich dann eine Reihe von Märchen zusammen, die entweder gemeinsam gelesen und untersucht bzw. selbstständig gelesen werden sollen. (Dabei ist durchaus erwünscht, dass die Kinder sich einen Märchenband aus der Bibliothek ausleihen, sollte zuhause keiner vorhanden sein.) Nebenbei kann man dann auch noch den Unterschied zwischen mündlich erzählten und schriftlich festgehaltenen Märchen thematisieren, denn wenn die Kinder selbst Märchen mit in den Unterricht bringen, werden schnell die unterschiedlichen Varianten sichtbar.

Der zweite Schritt besteht dann im Untersuchen von Märchen, um die typischen Merkmale herauszuarbeiten. Abhängig von den gelesenen Texten könnte ein Tafelbild entstehen bzw. Arbeitsblatt ausgefüllt werden. (Methodisch könnte man entweder lehrerzentriert mit Unterrichtsgespräch und Festhalten an der Tafel/dem OHP arbeiten oder mit arbeitsteiliger Gruppenarbeit, wobei dann die einzelnen Schülerergebnisse auf Folie festgehalten, vorgestellt und anschließend für die Klasse kopiert werden.)
Fruchtbar sind im Anschluss an die Erarbeitung Diskussionen über die Allgemeingültigkeit dieser
Merkmale. Wer ist z.B. beim „Froschkönig“ die Heldenfigur? Der
verzauberte Prinz oder die verwöhnte Prinzessin? Ist „Hans im Glück“
nach diesen Merkmalen überhaupt ein Märchen?

Jetzt geht es an den kreativen Teil: selbst Märchen schreiben. Sehr viele Schreibanregungen finden sich in der Märchenwerkstatt (s.o.). Ich selbst habe mich intensiv mit den Übersetzungen befasst, wobei man ein modernes Märchen in die Gegenwart bzw. Zukunft überträgt. Zunächst erarbeitet man mit den Schülern die Figuren sowie die einzelnen Stationen der Handlung eines relativ übersichtlichen Märchens (z.B. Froschkönig, Rotkäppchen, Dornröschen, Aschenputtel, Frau Holle, …). Die Schüler müssen sich nun überlegen, wie man die Handlung sinnvoll übertragen kann, sodass ein neues, modernes Märchen entsteht, bei dem man dennoch die Strukturen des alten erkennen kann. Als Hilfe erhalten sie hierfür ein Arbeitsblatt, auf dem sie stichwortartig ihre Ideen eintragen. (Gleichzeitig übt man dabei das Erarbeiten eines Konzepts vor dem Schreiben.)

Wenn man dies als Klassenarbeit stellt und die Kriterien entsprechend formuliert, macht die anschließende Korrektur sogar Spaß, weil man viele interessante Texte erhält, die sich auch noch zügig bewerten lassen. Ausreichend wäre, wenn sich der Schreiber wenig von der Vorlage löst und nur schematisch überträgt; mangelhaft, wenn das neue Märchen in sich unstimmig wird bzw. man die Vorlage nicht mehr wiedererkennt; gut bis sehr gut, wenn Handlung, Figuren und Raum zu einem in sich stimmigen Ganzen verarbeitet werden.

Ablauf der Arbeit:
Dauer: zwei Schulstunden

  1. Märchentext lesen
  2. Ideen in das Arbeitsblatt eintragen (Stationen sind von mir vorformuliert, damit die Texte nicht ausufern)
  3. Text schreiben
  4. Rechtschreibkorrektur (Sollte die Zeit nicht ausreichen, gebe ich im eigenen Interesse die Hefte in der Folgestunde noch einmal für ca. 15Min. aus. Wenn man die Korrekturen in dieser Stunde mit Bleistift durchführen lässt, können keine inhaltlichen Änderungen vorgenommen werden, ohne dass man es merkt.)


 

Valentine Ermatinger: Die 13. Prophezeiung

Der Jugendroman ist mir von einem Kollegen empfohlen worden, der ihn schon mehrfach in Klasse 5 bzw. 6 unterrichtet hat. Obwohl er extrem spannend geschrieben ist (Zwei Kinder bleiben als einzige Menschen nach einer vernichtenden Katastrophe auf der Erde, und nach aufregenden, übernatürlichen, vor allem aber lebensbedrohlichen Erlebnissen finden sie mithilfe von Fabelwesen zueinander), habe ich lange überlegt, ob ich ihn tatsächlich mit meiner sechsten Klasse lesen soll. Für meinen Geschmack werden menschliche Beziehungen und Verhaltensweisen zu sehr simplifiziert und moralisiert, die Figuren sind mir zu sehr idealisiert — wahrscheinlich trifft das den Geschmack und den Horizont von Elf- bis Zwölfjährigen, aber meiner Meinung nach kann man Kindern dieser Altersgruppe durchaus mehr Komplexität zumuten. Warum ich den Roman dennoch in Angriff genommen habe: Nach einer Leseprobe waren fast alle in der Klasse sofort Feuer und Flamme, sodass ich diese Begeisterung einfach ausnutzen musste.

Einen Inhaltsüberblick, didaktische Überlegungen und Unterrichtshinweise findet man bei Jörg Meyenbörg im Rahmen der Reihe „Rotfuchs im Unterricht“, die für meine Zwecke aber wenig ergiebig waren. Zum einen wollte ich in der Arbeit mit dem Roman das genaue, informationserschließende Lesen in den Vordergrund stellen, zum anderen steht noch eine Grammatikarbeit zu den Zeiten an, die im Anschluss an die Lektüre stattfinden soll und natürlich schon vorbereitet werden muss. Im Vorfeld der Lektüre haben wir Fabeln behandelt, sodass der Roman am Ende unter dem Gesichtspunkt der Fabel-haften Elemente interpretiert werden soll — auf diese Weise werden für mich die moralisierenden Elemente erträglicher (Arbeitsblatt).

Die Einheit ist insgesamt so angelegt, dass die Kinder sehr viel eigenständig erarbeiten. Am Ende der Einheit sollen sie ihre Lesemappe abgeben. Um die Korrekturzeit niedrig zu halten, werde ich zu diesem Zeitpunkt nur die Gestaltung und Vollständigkeit werten. Zuvor sollen mir die Schüler regelmäßig bearbeitete Aufgaben einreichen (sie dürfen drei auswählen, ausgenommen die Grammatikaufgaben), die aber zuvor schon von zwei Mitschülern Korrektur gelesen sind. Die kann ich, wenn nichts anderes anliegt, während des Unterrichts durchsehen und werten. Zur Orientierung bekommen die Schüler einen Bewertungsbogen für die Aufgaben und einen für die Gestaltung (bewertungsbogen-gestaltung.doc) an die Hand, die auch ich benutzen werde.

Ganz ohne Frontalunterricht geht es natürlich auch nicht; an allen Punkten, wo es um die Bewertung bzw. Interpretation der Handlung geht, müssen die Zwischenergebnisse besprochen werden: z.B. beim Vergleich der Politiker im Buch mit realen Volksvertretern oder der Interpretation des Romans als Fabel.

Zur Grammatik: Bevor die Schüler die Grammatikaufgaben lösen können, müssen sie sich einen Überblick über die Tempora erstellen. Hierzu erhalten sie Auszüge aus H.J. Heringers Kleine deutsche Grammatik (Cornelsen), da unser Deutschbuch in dieser Beziehung nicht genug hergibt. Auch dies soll eigenständig geschehen, allerdings werden die gelösten Aufgaben nachher eingehend verglichen bzw. besprochen (losung-tempusbestimmung.doc).

Inzwischen habe ich eine Übungsarbeit mit den Kindern durchgenommen. Die Lösung kann man entweder auf Folie ziehen oder als Kopie zur Selbstkontrolle ausgeben. Die eigentliche Arbeit wird etwas kürzer ausfallen (weniger Formen bestimmen), damit die Schüler nicht zu sehr unter Zeitdruck geraten.

Zum Thema „Rote Pest“: Zufällig habe ich in bild der wissenschaft 12, 2006 einen Artikel über Bakterienfilme gefunden, den ich eingescannt, gekürzt und leicht vereinfacht habe. Ein Vergleich mit den Bakterien im Roman, welche (fast) alles Leben zerstören, wird zeigen, dass diese Darstellung — wenn auch extrem — durchaus vorstellbar ist.

Gerade eben habe ich bei 4teachers weiteres Material (Erstellung eines Lesetagebuches und Rätsel zum Buch) entdeckt, das interessant zu sein scheint.

Weitere Aufgaben habe ich hier entdeckt.

Zeit- und Kraftmanagement

Gerade mit den beiden Korrekturfächern überlebt man langfristig nur, wenn man sich die Zeit sinnvoll einteilt, denn der Tag hat nun einmal nicht mehr als vierundzwanzig Stunden. Dass es nötig ist, wieder intensiver über Arbeitsstrukturierung nachzudenken, wurde mir mit dem Beginn der Osterferien bewusst, die ich wie jedes Jahr buchstäblich aus dem letzten Loch pfeifend erreicht habe: neben der normalen Unterrichtsvorbereitung haben Hausaufgabenkontrolle, Lernplanarbeit, Abiturkorrekturen, Planung und Korrektur von Arbeiten, Elterngespräche, Schülergespräche, uvm. doch einen erheblichen Teil meiner Kraft beansprucht.

Vor allem möchte ich das vermeiden, was der teacher in seinem Blog beschreibt: Faulheit, die zulasten eines sinnvollen und überzeugenden Unterrichts geht (nichts gegen intelligente Faulheit).

Hier nun ein Überblick über die Entschlüsse, welche ich getroffen habe, um mir die Arbeit nicht über den Kopf wachsen zu lassen:

  • Den Unterricht möglichst so anlegen, dass Hausaufgabenkontrollen z.B. in einer Stillarbeitsphase erfolgen, damit nicht so viel zu Hause korrigiert werden muss. Genauso können Arbeitshefte und Berichtigungen möglichst schon während der Stunde auf Vollständigkeit kontrolliert werden.
  • Unterrichtseinheiten und Arbeiten mit Kollegen absprechen und tauschen (klappt inzwischen hervorragend; diejenigen, welche zwar gern entgegennehmen, aber nichts austauschen, sind zum Glück selten geworden)
  • Weniger kopieren und mehr mit den Lehrbüchern arbeiten (auch wenn nicht alles darin überzeugend ist), zusätzliche Arbeitsblätter als „Bonbon“ einsetzen, und nicht ganze Einheiten damit bestreiten
  • Übungen und Merkzettel von Schülern erarbeiten lassen (z.B. als „Spickzettel“ vor einer Arbeit). Wenn man dies arbeitsteilig angeht und dann noch Schüler findet, die die Ergebnisse in digitale Form bringen, dann muss man nur noch die Dateien editieren und hat als Ergebnis mehrere Stationen als „Übungsarbeit“.
  • Arbeiten so planen, dass möglichst nicht mehrere Heftstapel gleichzeitig auf meinem Tisch landen (lässt sich durchhalten, solange ich nicht meine Stundenzahl von ca. dreiviertel weiter erhöhe)
  • Arbeiten so planen, dass sie leichter zu korrigieren sind, z.B.: Schülern genügend Zeit lassen, damit sie nicht so viele Flüchtigkeitsfehler machen; Aufgaben eingrenzen, sodass bestimmte Kompetenzen abgefragt werden und die Schüler nicht endlos schreiben (z.B. auch Multiple Choice, um Textverständnis abzufragen)
  • Zeit nehmen, um Arbeiten am Stück zu korrigieren. Dies kostet zwar vor allem bei Klausuren und Aufsätzen das ein oder andere Wochenende, geht aber insgesamt schneller, als wenn ich mich jedes Mal wieder von vorn einlesen muss.
  • Zeit für Korrekturen fest einplanen (Überschlag, wie viele Minuten pro Heft benötigt werden, und dann eine Zahl von Arbeiten festlegen, die korrigiert werden müssen): Dies gelingt mir immer besser, sodass ich mir außerhalb dieser Zeiten bewusst frei nehmen kann und nicht mehr mit schlechtem Gewissen herumlaufen muss, weil der Stapel unkorrigierter Hefte noch auf meinem Schreibtisch liegt.
  • Korrekturbögen (Deutschaufsatz, Oberstufenklausuren) verwenden, um nicht in jeder Arbeit die gleichen Bemerkungen an den Rand zu schreiben. Man muss dann auch die Arbeit so planen, dass man mit Korrekturbogen arbeiten kann, also spezielle Fertigkeiten üben und anhand dieser Kriterien dann bewerten.
  • Berichtigung eingrenzen: entweder die Arbeit gemeinsam mit der Klasse besprechen und berichtigen oder die Anzahl der zu berichtigenden Fehler reduzieren (Kinder, die sowieso schon viele Fehler gemacht haben, sind durch die Note gestraft genug; der Frust schlägt sich meist dann in einer erneut fehlerhaften Berichtigung nieder…).

Weitere interessante Tipps und Überlegungen finden sich in einem aktuellen Thread des Lehrerfreundes.

Klassenfahrtszeitung

Mit dieser Unterrichtseinheit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen lassen sich so wunderbar die Erlebnisse einer Klassenfahrt aufbereiten und zum anderen hat man ein aktuelles Thema, um die Schüler Berichte und Reportagen schreiben zu lassen. Im Vorfeld müssten die Merkmale und Stilmittel dieser Textarten behandelt worden sein (insbesondere szenische Darstellung bzw. Momentaufnahme in der Reportage). Voraussetzung sind auch Grundkenntnisse in der Textverarbeitung.

Vorbereitung:

Vor der Klassenfahrt werden die Schüler in Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe für die Berichterstattung über einen Tag zuständig ist. Ob man auslost, nach Zimmern oder nach Tischdienst einteilt, hängt von den Umständen (Zusammensetzung der Klasse, Unterbringung usw.) ab. Während der Fahrt sollen die Schüler sich für „ihren“ Tag besonders genaue Notizen und Bilder machen.

Verfassen:

Die eigentliche Arbeit an den Texten findet nach der Rückkehr statt. Die Gruppen erhalten die Arbeitsanweisungen, eine Doppelseite (bei größeren Gruppen auch mehr) zu gestalten. Damit die individuelle Leistung erkennbar bleibt, dürfen höchstens zwei Schüler an einem Text arbeiten. Das bedeutet, dass die Gruppe sich absprechen muss, wer die Berichterstattung über welche Aktivitäten übernimmt. Außerdem müssen die Schüler sich über die Seitengestaltung und die Anordnung verständigen.

Schüler, welche an der Klassenfahrt nicht teilgenommen haben, erhalten die Aufgabe, eine Titel- und Schluss-Seite zu gestalten (Titelseite und Abschluss). Alternativ kann dies auch von leistungsstärkeren Schülern übernommen werden.

Zeitbedarf: ca. 3 Schulstunden, inklusive Korrekturlesen; was in dieser Zeit nicht geschafft wird, ist Hausaufgabe.

Fertigstellung:

Ideal hierfür wäre eine Doppelstunde im Computerraum, damit die Einzeltexte der Gruppe in jeweils einer Datei zusammengeführt werden. Eine gängige Textverarbeitungssoftware wie Open Office ist für diesen Zweck völlig ausreichend, auch wenn die Schüler eine gewisse Frustrationstoleranz entwickeln müssen, wenn es um das Platzieren der Bilder geht. Ansprechendere Ergebnisse lassen sich natürlich mit speziellen Layout-Programmen erzielen, die aber nicht an jeder Schule vorhanden sind. Um alle Gruppenergebnisse zu bündeln, kann man auf dem Schulserver Ordner einrichten, wo die entsprechenden Dateien abgelegt werden. Die Lehrkraft kann so die Texte noch einmal Korrektur lesen und am Ende ausdrucken. Beim letzten Mal mit einer siebten Klasse haben wir ein Exemplar als Wandzeitung ausgedruckt (mit farbigen Bildern) und für jeden Schüler eine Kopie auf eine CD gebrannt.

Bewertung:

Es erleichtert einem die Bewertung ungemein, wenn man die Gruppenmitglieder zunächst ihre Arbeitsweise sowie ihr Ergebnis selbst einschätzen lässt (Was hast du zum Ergebnis beigetragen? Wie zufrieden bist du mit eurer Arbeitsweise/ eurem Ergebnis? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?). Anschließend kann mit der gesamten Klasse eine Rangliste der besten Berichte bzw. der besten Seiten erstellt werden.

Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Bewertung, wobei ich immer für die Berichte Einzelnoten und für die Arbeit der Gruppe eine Gesamtnote vergebe. Beide Noten werden gleich gewichtet. Sollte jemand besonderes Engagement gezeigt bzw. durch mangelnde Mitarbeit die Gruppe belastet haben, führt dies zur Auf- bzw. Abwertung der Einzelnote.