Kategorie-Archive: Environment

Environment

Zum Thema Global Warming hatte ich schon einmal etwas zusammengestellt. Hier noch ein paar weitere online verfügbare Materialien zur Umweltproblematik, die ich aktuell in einem 13. Jahrgang eingesetzt habe:

Ecological Footprint

Als Einstieg habe ich diesmal die Schüler ihren ökologischen „Fußabdruck“ auf dieser Seite bestimmen lassen. Es gibt auch noch weitere ähnliche Seiten; welche man benutzt, ist letztlich Geschmackssache. Ziel war es erst einmal, die Schüler darüber nachdenken zu lassen, welche Lebensgewohnheiten am meisten zum Ressourcenverbrauch beitragen und was es für die Welt bedeutet, wenn von den Bürgern der Industrienationen weiterhin in einem so hohen Maße Ressourcen verbraucht werden.

Biodiversity

In der aktuellen Ausgabe der „Kreativen Ideenbörse“ English ist eine Einheit zum Thema „Biodiversity“ enthalten. Der Schwerpunkt liegt hier auf Reiseberichten; mir fehlte jedoch ein allgemeiner Überblick, den ich in Bezug auf die Bedrohung der Regenwälder auf der Seite rain-forest.com fand. Hier ist ein Auszug abgedruckt aus dem Buch von L. Taylor,  The Healing Power of Rainforest Herbs, der die wichtigsten Aspekte beinhaltet.

Da es sich um viel Text handelt, habe ich ihn in  Abschnitte aufgeteilt und diese gruppenweise erarbeiten lassen (Expertengruppen). Zur Inhaltssicherung sollte jeweils eine graphische Darstellung der im Text dargestellten Zusammenhänge erfolgen (The Importance of Rainforests/ The Driving Forces of Destruction: Logging, Fuel Wood and the Paper Industry / The Driving Forces of Destruction: Grazing Land, Subsistence Farming / Leading the Threat: Governments / Rainforests: Pharmacy to the World / Unlocking the Secrets of the Rainforests). Im nächsten Schritt haben sich die Schüler zunächst gegenseitig in Stammgruppen über den Inhalt des Gelesenen informiert. Anschließend sollten sie ein Plakat gestalten, das zum Schutz des Regenwaldes auffordert, und dieses dann im Kurs vorstellen.

Wenn das Lesen der Texte als Hausaufgabe gegeben wird, reicht eine Doppelstunde für die inhaltliche Erfassung; für das Erstellen der Plakate wird eine weitere Stunde benötigt, ebenso für die Auswertung. Im Anschluss an die Vorstellung lässt sich diskutieren, was alles zum Schutz der Regenwälder unternommen werden müsste und was  die Schüler selbst bereit wären, hierzu beizutragen.

Consumerism

Durch Zufall bin ich dann noch auf ein nettes Filmchen gestoßen, The Story of Stuff von Annie Leonard. Hier werden die Zusammenhänge von Ressourcenverbrauch, Produktionsbedingungen und Konsumterror engagiert und anschaulich mit einfachen filmischen Mitteln dargestellt.

Für den Unterricht habe ich ein Arbeitsblatt mit Aufgaben entworfen. Bei entsprechenden Voraussetzungen (genügend Rechner mit einem Player, der das Quicktime-Format abspielen kann; Lautsprecher bzw. Kopfhörer) können jeweils zwei bis drei Schüler sich an einem Rechner den Film in ihrem eigenen Tempo anschauen. Für die Bearbeitung der Aufgaben 1-3 benötigt man inklusive des Anschauens etwa eine Doppelstunde (wenn man sich bei der Besprechung auf das Diagramm konzentriert — ob die anderen Aufgaben richtig bearbeitet wurden, lässt sich nebenbei während der Erarbeitungsphase prüfen, während man von Gruppe zu Gruppe geht.).

Während der Besprechung ist es sehr ergiebig, die die im Film vorgestellten Beispiele durch solche aus der eigenen Lebenswelt der Schüler ergänzen zu lassen.

Aufgabe 4 lässt  sich als Hausaufgabe geben und wenn genügend Zeit da ist, auch zu einem Projekt ausweiten, indem man die Schüler selbst Filmszenen drehen lässt, die einzelne in „The Story of Stuff“ vorgestellte Aspekte anschaulich umsetzen. (Hierzu könnte man auf die zuvor von Schülern vorgebrachten Beispiele zurückgreifen.)

Advertisements

Global Warming

Wie schon nebenbei im Zusammenhang mit den Kurzgeschichten „Apartment Hunting“, „Tomorrow…“, „Earth Day“ erwähnt, stand das Semester 13.2 unter dem vorgegebenen Thema „Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen“. (In anderen Bundesländern mag es etwas anders formuliert sein; gemeint ist natürlich die Auseinandersetzung mit environmental problems.)

Nach einer Vorbesprechung einigten wir (der Kurs und ich) uns auf die beiden Bereiche Global Warming und Overpopulation als Schwerpunkte. Am Anfang standen die Kurzgeschichten Earth Day und Television Special, um die Schüler dafür zu sensibilisieren, dass seit mehreren Jahrzehnten die Befürchtung besteht, dass wir Menschen unseren Planeten ruinieren und unbewohnbar machen, dass aber die Themen bestimmten Moden unterworfen sind (Umweltverschmutzung, Atomenergie, Ölkrise im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts — „Klimakatastrophe“ heute), womit dann der Bogen zum global warming, und damit zu Al Gore geschlagen war.

Wenn mehr Zeit gewesen wäre, hätten wir uns auch eingehender mit Al Gores Film An Inconvenient Truth befasst (Links zum Skript und zu einem study guide finden sich bei JochenEnglish.). Da aber das schriftliche Abitur anstand und großer Bedarf bestand, den Umgang mit Texten zu üben, stand hier die Textarbeit im Vordergrund — abgesehen von den Kurzgeschichten zwei Artikel, die sich mit den Auslassungen des Viscount Monckton of Brenchley im Sunday Telegraph auseinandersetzen: einmal ein Kommentar George Monbiots im Guardian (This is a dazzling debunking of climate change science) und zum anderen eine Replik Gores im Telegraph: At stake is nothing less than the survival of human civilisation (gekürzt). Es ist sinnvoll, beide Texte parallel zu lesen, weil so die jeweiligen Anspielungen besser verständlich werden und weil die Autoren eine unterschiedliche Zielsetzung haben: Während im Zentrum von Monbiots Text Medienkritik steht — seiner Meinung nach hätte ein solch irreführender Artikel wie Moncktons nie veröffentlicht werden dürfen –, appelliert Gore an die Leser, sich der Herausforderung des Klimawandels zu stellen. Beide Autoren verwenden Ironie, um Monckton zu desavouieren, Monbiot argumentiert jedoch viel emotionaler.

Da die Artikel viel Fachvokabular enthalten und der Satzbau vor allem bei Gore sehr komplex ist, mussten sie vorentlastet werden. Aus diesem Grund erhielten die Schüler zunächst einen deutschsprachigen Artikel aus der Zeit (Was heizt die Erde auf?), in dem sie erst wichtige Begriffe übersetzen und dann die vorgestellten Zusammenhänge in einer (englischsprachigen) Grafik darstellen mussten. Der Vorteil dieses Artikels ist, dass er den gegenwärtigen Stand der Forschung relativ neutral zusammenfasst und auch die Unsicherheiten der zugrundeliegenden Klimamodelle darstellt. Diese Unsicherheiten sollten besonders herausgestrichen werden, um auf den Streit vorzubereiten, der im Zentrum der beiden Artikel steht.
Um Gores Text zu verstehen, mussten die Schüler auch mit „hockey-stick graph“ und „Stern report“ etwas anfangen können. Aus diesem Grund erhielten sie arbeitsteilig eine diesbezügliche Recherche-Aufgabe mit der Maßgabe, einen Kurzvortrag vorzubereiten (Eine Eingabe der Begriffe in der Suchmaschine liefert sinnvolle Seiten.).

Da Monbiot die Vorwürfe des Viscounts konkreter wiedergibt, sollte man diesen Text zuerst lesen, um dann Gores gegenüberzustellen. Hier einige Fragen an die Texte:

  1. Underline in the texts all the information on the criticism the Viscount Monckton has voiced against the models of global warming.
  2. Make a list in which you contrast this criticism to the comments by Monbiot/Gore. (Tafelbild)
  3. Show where and to what effect Montbiot/Gore uses irony in the text. (Eine offenere, und damit anspruchsvollere Fragestellung: Explain the strategy Montbiot/Gore uses to refute the Viscounts arguments.)
  4. Monbiot doesn’t only criticise Monckton but also the media. Sum up this criticism.
  5. Explain Gore’s final appeal to the reader.
  6. Prepare a panel discussion/debate on the topic: Global warming — can we avoid the imminent catastrophe? (Entsprechend der Aufgabenstellung entweder Partner- oder Gruppenarbeit. Bei der Diskussionsrunde müssten entsprechende Rollen vergeben und vorbereitet werden, bei der Debatte die Pro- und Kontra-Positionen in Partnerarbeit gegenübergestellt werden.)
  7. Language/comment: Make a list of all the sentence connectives used in both texts. Write a short essay in which you show your point of view in what way we should react towards global warming using as many connectives as possible.

Je nach Leistungsfähigkeit der Schüler müsste ggfs. kleinschrittiger vorgegangen werden (z.B. Create a headline for each paragraph). Um ein nervtötendes Frage-Antwortspiel zu vermeiden, lasse ich gern solch schwierige Texte in Kleingruppen erarbeiten, wobei ich auf eine Mischung von stärkeren und schwächeren Schülern achte, sodass sie sich gegenseitig erklären können, was gemeint ist. (Meine Aufgabe besteht dann darin, bei gravierenden Schwierigkeiten zu helfen bzw. darauf zu achten, dass die Schüler untereinander Englisch reden.)