Monatliches Archiv: Juni 2007

Schattensprache

Schattensprache ist eine extrem gut gemachte Ausstellung zur Gebärdensprache in Rendsburg. (Es gibt wohl auch noch weitere Standorte in Deutschland.) Im strengen Sinne handelt es sich nicht um eine Ausstellung, sondern um eine Schulung. Geführt von einem gehörlosen „Guide“ durchläuft eine Gruppe von bis zu zwölf Teilnehmern verschiedene Stationen, angefangen mit einfachen Fingerübungen bis hin zu kurzen Gebärden. Die gesamte Führung dauert etwa eine Stunde.
Beeindruckend war die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter (schon bei der Buchung). Außerdem ist es den Führern sehr gut gelungen, sich auf jede einzelne Gruppe einzustellen und wirklich alle ohne Ausnahme miteinzubeziehen. Die Schüler (zwei achte Klassen, die eher skeptisch mitgekommen waren) waren am Ende hellauf begeistert.

Unterrichtlich lässt sich die Exkursion zum einen in Bezug auf das Thema „Behinderung“ einbinden, passt aber auch gut in eine Einheit zur Kommunikation (verbal/nonverbal). Außerdem wäre dies sicher für Schultheatergruppen interessant, da man die dort vorkommenden pantomimischen Elemente bei der weiteren Arbeit noch vertiefen könnte.

Nähere Infos gibt es auf der Internetseite von Schattensprache.

G. Beyerlein: Der Schatz von Atlantis

Inhalt: Kai, der fieberkrank am Computer seines Bruders das Spiel „Der Schatz von Atlantis spielt“, wird plötzlich selbst Teil des Spiels und muss in Atlantis diejenigen befreien, die vom korrupten, machtgierigen König Aldegros in einem Bergwerk gefangen gehalten werden. Unterstützt wird er dabei von der Katzengöttin Bastet und zwei versklavten Kindern. Bis er jedoch seine Bestimmung erkennt, gerät der Junge zunächst in den Einfluss des Königs …. Am Ende, als er wieder in seiner Welt aufwacht, ist der zuvor selbstbezogene, nicht gerade mutige Kai ein anderer, der seine Probleme offen angeht und auch mehr Verständnis für seine allergiegeplagte Schwester entwickelt.

Gelesen habe ich das relativ spannend geschriebene Buch mit einer fünften Klasse, und zwar in der Ausgabe des Carlsen Verlages. (Die gekürzte Version von Klett eignet sich für diese Einheit nicht, da sie keine Illustrationen enthält.) Der Roman hat der Klasse gefallen, da sie das Thema Atlantis sehr interessierte. Störend empfanden die Schüler nur die z.T. doch sehr schlichte Sprache des Ich-Erzählers Kai sowie sein ständiges Nachdenken über seine Familie während seiner Erlebnisse.

Der größte Teil der Einheit stammt nicht von mir, sondern von meinem Kollegen, der zurzeit die Parallelklasse unterrichtet und mit dem ich auch sonst sehr viel zusammenarbeite. Der Schwerpunkt liegt in erster Linie auf Leseverstehen und darauf, Informationen aus Texten zu entnehmen und wiederzugeben. Es ließen sich auch andere Akzente setzen, z.B. in Bezug auf kreatives Schreiben (Perspektivwechsel, Leerstellen ausfüllen). Darüber hinaus gibt es unzählige Stellen im Roman, die geradezu nach stilistischer Verbesserung schreien, sodass die Schüler hier auch als Lektoren auftreten und dabei gleichzeitig ihr Sprachwissen erweitern können (treffende Verben und Adjektive finden, Satzanfänge und -verknüpfungen überarbeiten, adverbiale Bestimmungen ergänzen).

Als Einstieg wurde zusammengetragen, was die Schüler über Atlantis wussten. Anschließend wurde ein Arbeitsblatt zu dem von Platon überlieferten Atlantis (Quelle:freenet, leicht gekürzt) bearbeitet, auf dem die wichtigsten Informationen zu
Größe und Lage von Atlantis, Regierungsform und den Gründen für den Untergang verschiedenfarbig unterstrichen werden sollten, um den Unterschied zwischen Legende und tatsächlich überlieferten Fakten zu verdeutlichen. (Dies lässt sich aber genauso gut bei Aufgabe 9 einfügen.)

Ein erheblicher Teil der Unterrichtszeit stand für die Freiarbeit zur Verfügung. Hilfe wurde benötigt bei den Bildbeschreibungen (Aufgaben 2 und 6), dem Eisberg (Nr. 7) und der Rahmenhandlung, sodass hier die wichtigsten Punkte im Unterricht gemeinsam erarbeitet wurden. Außerdem haben wir einen Überblick über die wichtigsten Stationen der Handlung erstellt, der auch in der Arbeit benutzt werden durfte, in der wie schon in den vorherigen Aufgaben ein Bezug zwischen Illustration und Romaninhalt hergestellt werden musste (Nr. 6 diente hier als Übungsarbeit.). Bevor ich den gesamten Ordner eingesammelt habe, sollten noch zwei Texte von Mitschülern im Unterricht gegengelesen, überarbeitet und mir zur Bewertung vorgelegt werden. Bei der Durchsicht der Ordner habe ich dann hauptsächlich auf die Gestaltung und Vollständigkeit geachtet und die anderen Einträge nur überflogen; die Noten für die eingereichten Texte gingen dann als Inhaltsnote in die Bewertung mit ein.

Material:

Aufgabenzettel, Bewertungsbögen, Arbeitsbogen Rahmenhandlung, Kriterienbogen Aufgabe 6