Valentine Ermatinger: Die 13. Prophezeiung

Der Jugendroman ist mir von einem Kollegen empfohlen worden, der ihn schon mehrfach in Klasse 5 bzw. 6 unterrichtet hat. Obwohl er extrem spannend geschrieben ist (Zwei Kinder bleiben als einzige Menschen nach einer vernichtenden Katastrophe auf der Erde, und nach aufregenden, übernatürlichen, vor allem aber lebensbedrohlichen Erlebnissen finden sie mithilfe von Fabelwesen zueinander), habe ich lange überlegt, ob ich ihn tatsächlich mit meiner sechsten Klasse lesen soll. Für meinen Geschmack werden menschliche Beziehungen und Verhaltensweisen zu sehr simplifiziert und moralisiert, die Figuren sind mir zu sehr idealisiert — wahrscheinlich trifft das den Geschmack und den Horizont von Elf- bis Zwölfjährigen, aber meiner Meinung nach kann man Kindern dieser Altersgruppe durchaus mehr Komplexität zumuten. Warum ich den Roman dennoch in Angriff genommen habe: Nach einer Leseprobe waren fast alle in der Klasse sofort Feuer und Flamme, sodass ich diese Begeisterung einfach ausnutzen musste.

Einen Inhaltsüberblick, didaktische Überlegungen und Unterrichtshinweise findet man bei Jörg Meyenbörg im Rahmen der Reihe „Rotfuchs im Unterricht“, die für meine Zwecke aber wenig ergiebig waren. Zum einen wollte ich in der Arbeit mit dem Roman das genaue, informationserschließende Lesen in den Vordergrund stellen, zum anderen steht noch eine Grammatikarbeit zu den Zeiten an, die im Anschluss an die Lektüre stattfinden soll und natürlich schon vorbereitet werden muss. Im Vorfeld der Lektüre haben wir Fabeln behandelt, sodass der Roman am Ende unter dem Gesichtspunkt der Fabel-haften Elemente interpretiert werden soll — auf diese Weise werden für mich die moralisierenden Elemente erträglicher (Arbeitsblatt).

Die Einheit ist insgesamt so angelegt, dass die Kinder sehr viel eigenständig erarbeiten. Am Ende der Einheit sollen sie ihre Lesemappe abgeben. Um die Korrekturzeit niedrig zu halten, werde ich zu diesem Zeitpunkt nur die Gestaltung und Vollständigkeit werten. Zuvor sollen mir die Schüler regelmäßig bearbeitete Aufgaben einreichen (sie dürfen drei auswählen, ausgenommen die Grammatikaufgaben), die aber zuvor schon von zwei Mitschülern Korrektur gelesen sind. Die kann ich, wenn nichts anderes anliegt, während des Unterrichts durchsehen und werten. Zur Orientierung bekommen die Schüler einen Bewertungsbogen für die Aufgaben und einen für die Gestaltung (bewertungsbogen-gestaltung.doc) an die Hand, die auch ich benutzen werde.

Ganz ohne Frontalunterricht geht es natürlich auch nicht; an allen Punkten, wo es um die Bewertung bzw. Interpretation der Handlung geht, müssen die Zwischenergebnisse besprochen werden: z.B. beim Vergleich der Politiker im Buch mit realen Volksvertretern oder der Interpretation des Romans als Fabel.

Zur Grammatik: Bevor die Schüler die Grammatikaufgaben lösen können, müssen sie sich einen Überblick über die Tempora erstellen. Hierzu erhalten sie Auszüge aus H.J. Heringers Kleine deutsche Grammatik (Cornelsen), da unser Deutschbuch in dieser Beziehung nicht genug hergibt. Auch dies soll eigenständig geschehen, allerdings werden die gelösten Aufgaben nachher eingehend verglichen bzw. besprochen (losung-tempusbestimmung.doc).

Inzwischen habe ich eine Übungsarbeit mit den Kindern durchgenommen. Die Lösung kann man entweder auf Folie ziehen oder als Kopie zur Selbstkontrolle ausgeben. Die eigentliche Arbeit wird etwas kürzer ausfallen (weniger Formen bestimmen), damit die Schüler nicht zu sehr unter Zeitdruck geraten.

Zum Thema „Rote Pest“: Zufällig habe ich in bild der wissenschaft 12, 2006 einen Artikel über Bakterienfilme gefunden, den ich eingescannt, gekürzt und leicht vereinfacht habe. Ein Vergleich mit den Bakterien im Roman, welche (fast) alles Leben zerstören, wird zeigen, dass diese Darstellung — wenn auch extrem — durchaus vorstellbar ist.

Gerade eben habe ich bei 4teachers weiteres Material (Erstellung eines Lesetagebuches und Rätsel zum Buch) entdeckt, das interessant zu sein scheint.

Weitere Aufgaben habe ich hier entdeckt.

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4 Antworten

  1. Wahnsinn! Habe mich gerade für dieses Buch entschieden (meine 7.Klasse hat es sich so gewünscht) und natürlich googelt man(n) mal und dann das: ICH BIN BEGEISTERT! Als Fan von Weblogs allemal… Das ist mal eine sinnvolle Art, Blogs zu nutzen. Man wünscht sich, mehr Kollegen würden sich darin mal üben 😉 ! Sind wir nicht immer auf der Suche nach gutem Material. WEITER SO!!!

  2. Danke. Kann ich gerade heute gut gebrauchen….

  3. Danke, gern geschehen. Wie ich sehe/lese, scheinen wir uns gar nicht so fern zu sein: unterrichte selbst auch im Nordosten von HH! 😉 Dienstalter passt auch gut 😀 !!!

  4. Hmm, Hamburg ist für mich eigentlich schon Ausland. Die Menschen sind da so anders. 😉
    Aber im Ernst: Melde Dich mal, wenn Du mit der Einheit durch bist. Beim letzten Mal habe ich die Schüler eine Fortsetzung schreiben und diese verfilmen bzw. vertonen lassen. Die haben sich da ordentlich reingehängt, obwohl es die letzte Aktion vor den Sommerferien war.

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