Monatliches Archiv: März 2007

Klassenfahrtszeitung

Mit dieser Unterrichtseinheit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen lassen sich so wunderbar die Erlebnisse einer Klassenfahrt aufbereiten und zum anderen hat man ein aktuelles Thema, um die Schüler Berichte und Reportagen schreiben zu lassen. Im Vorfeld müssten die Merkmale und Stilmittel dieser Textarten behandelt worden sein (insbesondere szenische Darstellung bzw. Momentaufnahme in der Reportage). Voraussetzung sind auch Grundkenntnisse in der Textverarbeitung.

Vorbereitung:

Vor der Klassenfahrt werden die Schüler in Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe für die Berichterstattung über einen Tag zuständig ist. Ob man auslost, nach Zimmern oder nach Tischdienst einteilt, hängt von den Umständen (Zusammensetzung der Klasse, Unterbringung usw.) ab. Während der Fahrt sollen die Schüler sich für „ihren“ Tag besonders genaue Notizen und Bilder machen.

Verfassen:

Die eigentliche Arbeit an den Texten findet nach der Rückkehr statt. Die Gruppen erhalten die Arbeitsanweisungen, eine Doppelseite (bei größeren Gruppen auch mehr) zu gestalten. Damit die individuelle Leistung erkennbar bleibt, dürfen höchstens zwei Schüler an einem Text arbeiten. Das bedeutet, dass die Gruppe sich absprechen muss, wer die Berichterstattung über welche Aktivitäten übernimmt. Außerdem müssen die Schüler sich über die Seitengestaltung und die Anordnung verständigen.

Schüler, welche an der Klassenfahrt nicht teilgenommen haben, erhalten die Aufgabe, eine Titel- und Schluss-Seite zu gestalten (Titelseite und Abschluss). Alternativ kann dies auch von leistungsstärkeren Schülern übernommen werden.

Zeitbedarf: ca. 3 Schulstunden, inklusive Korrekturlesen; was in dieser Zeit nicht geschafft wird, ist Hausaufgabe.

Fertigstellung:

Ideal hierfür wäre eine Doppelstunde im Computerraum, damit die Einzeltexte der Gruppe in jeweils einer Datei zusammengeführt werden. Eine gängige Textverarbeitungssoftware wie Open Office ist für diesen Zweck völlig ausreichend, auch wenn die Schüler eine gewisse Frustrationstoleranz entwickeln müssen, wenn es um das Platzieren der Bilder geht. Ansprechendere Ergebnisse lassen sich natürlich mit speziellen Layout-Programmen erzielen, die aber nicht an jeder Schule vorhanden sind. Um alle Gruppenergebnisse zu bündeln, kann man auf dem Schulserver Ordner einrichten, wo die entsprechenden Dateien abgelegt werden. Die Lehrkraft kann so die Texte noch einmal Korrektur lesen und am Ende ausdrucken. Beim letzten Mal mit einer siebten Klasse haben wir ein Exemplar als Wandzeitung ausgedruckt (mit farbigen Bildern) und für jeden Schüler eine Kopie auf eine CD gebrannt.

Bewertung:

Es erleichtert einem die Bewertung ungemein, wenn man die Gruppenmitglieder zunächst ihre Arbeitsweise sowie ihr Ergebnis selbst einschätzen lässt (Was hast du zum Ergebnis beigetragen? Wie zufrieden bist du mit eurer Arbeitsweise/ eurem Ergebnis? Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?). Anschließend kann mit der gesamten Klasse eine Rangliste der besten Berichte bzw. der besten Seiten erstellt werden.

Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Bewertung, wobei ich immer für die Berichte Einzelnoten und für die Arbeit der Gruppe eine Gesamtnote vergebe. Beide Noten werden gleich gewichtet. Sollte jemand besonderes Engagement gezeigt bzw. durch mangelnde Mitarbeit die Gruppe belastet haben, führt dies zur Auf- bzw. Abwertung der Einzelnote.

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Projekt: Tierreportagen (Klasse 5)

Dieses Projekt (gruppenarbeit-i-verlaufsplanung.doc) habe ich schon zweimal mit einer fünften Klasse durchgeführt. Aus Zeitgründen habe ich schweren Herzens in diesem Jahr darauf verzichten müssen, hätte es aber gern wieder in Angriff genommen, auch wenn es phasenweise sehr anstrengend ist (Korrekturphase). Den Schülern macht es immer großen Spaß, als Reporter tätig zu werden. Obwohl fast alle unsere Schüler von außerhalb kommen und auch voneinander z.T. recht weit entfernt wohnen, hat es bisher keine Probleme mit der Recherche gegeben. Interessanterweise haben immer die Gruppen am schlechtesten abgeschnitten, welche den Schwerpunkt auf Internetrecherche gelegt hatten. Aus diesem Grund habe ich, obwohl von den Schülern selbst vorgeschlagen, das Thema „Tierquälerei“ aus dem Angebot genommen.

Die Themenliste (projektvorschlage.doc) ist natürlich offen und kann ohne Probleme an die Interessenlage der Klasse und die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Einige Themen können auch mehrfach vergeben werden, falls es z.B. zwei Tierheime oder mehrere Tierhandlungen in der Nähe gibt.

Damit die Schüler (und auch deren Eltern, die ggfs. zu den Interviews fahren müssen) planen können, erhalten alle, sobald die Themen- und Gruppenfindung abgeschlossen ist, einen Zeitplan und den Arbeitsauftrag in schriftlicher Form (tierreportagen1.doc). Im Gegensatz zu übrigen Gruppenarbeiten, bei denen ich die Mitglieder grundsätzlich auslose, überlasse ich die Gruppenbildung bei diesem Projekt den Schülern und gebe nur die Größe vor (nicht weniger als drei, nicht mehr als fünf). Schließlich müssen sie sich auch in ihrer Freizeit treffen können. — Bei einer Stadtschule mag dieses Problem nicht so groß sein, sodass man darauf keine Rücksicht nehmen muss.

Da die Kinder in dieser Zeit in der Regel die Höhen und Tiefen der Gruppenarbeit erleben, bietet es sich an, auch diesen Prozess am Ende noch einmal auszuwerten und allgemeinverbindliche Regeln für weitere Gruppenarbeiten (gruppenarbeit.doc) mit der Klasse zu entwickeln.

Kurt Vonnegut Jr: Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow

Gefunden in: Past and Future. Kursmodelle für Grund- und Leistungskurse. Langenscheidt-Longman (1979). Aus: K. Vonnegut Jr, Welcome to the Monkey House (1953)

Auch wenn die Geschichte schon etwas angestaubt und in neueren Textsammlungen nicht zu finden ist, hat sie keineswegs an Aktualität verloren und bietet vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz im Englischunterricht der Oberstufe (Themenbereiche environment, natural resources, overpopulation, science).

Inhalt: Durch die Erfindung eines neuartigen Medikaments (anti-gerasone) ist es den Menschen möglich geworden, praktisch unbegrenzt im Vollbesitz ihres jugendlichen Aussehens zu leben. Die Folgen dieser faktischen Unsterblichkeit werden nun am Beispiel der Schwartz-Familie im New York des Jahres 2158 gezeigt.

Die Schwartzes leben als Sechs-Generationen-Sippe von fast dreißig Personen in einer einzigen Vierzimmerwohnung, dominiert vom launischen, scheinbar altersstarrsinnigen Gramps Schwartz, der inzwischen 172 ist. Da er schon siebzig war, als das Medikament erfunden wurde, ist er der Einzige in der Familie, der wie ein alter Mann aussieht. Als Familienoberhaupt und Besitzer der Wohnung steht ihm das einzige Schlafzimmer zu, während alle anderen entsprechend ihres Ranges in der Erbfolge sich im übrigen Teil der Wohnung, auch im Flur, ihren Platz suchen müssen. Gramps nutzt geschickt die Macht seines Testamentes, die Hoffnung seiner Nachkommen, einmal die Wohnung zu erben, um sich die anderen Familienmitglieder gefügig zu machen.

Im Verlauf der Geschichte trifft seinen Enkel Lou die Enterbung, und als Gramps ihn auch noch dabei ertappt, wie Lou anscheinend sein Anti-aging-Präparat verdünnen will, spitzen sich die Ereignisse zu ….

Aufgaben

Inhaltssicherung

  • Draw up a family tree of the Schwartz family, adding their names and ages, if possible. (Hierüber erhält man einen plastischen Überblick über die Anzahl der Familienmitglieder.)
  • Design a ground plan of the apartment, including the furniture mentioned in the short story. (Beide Aufgaben lassen sich auch parallel bzw. arbeitsteilig vergeben. Über die Vorstellung der Ergebnisse müsste deutlich werden, unter welch beengten Verhältnissen die Großfamilie lebt. Es ließe sich hierüber auch noch Bezug nehmen auf den von mehreren Familienmitgliedern beklagten Mangel an Privatsphäre, z.B: Describe in what way the family members suffer from the lack of privacy in the apartment.)
  • Compare the living conditions in the year 2158 to those in Em’s and Lou’s youth. (Systematische Gegenüberstellung des Luxus‘ in der Vergangenheit, wie z.B. Ausflüge mit dem Auto, Shopping, Verfügbarkeit von Lebensmitteln usw. mit dem allgegenwärtigen Mangel, z.B. Algen als Grundnahrungsmittel, Wohnungsnot usw.)

Analyse

  • Show how Gramps Schwartz /Lou/ Em/ Lou’s parents / Mortimer are being portrayed in the story (Gut geeignet als arbeitsteilige Hausaufgabe, um die folgende Aufgabe zu entlasten — ggfs. können mehrere Figuren zusammengefasst werden, damit der Aufwand gleich groß ist.).
  • Analyse in what way the lack of privacy affects the thinking and the behaviour of the family. (Hier geht es darum, sowohl den Opportunismus der Familienmitglieder bei gleichzeitigem — wenn auch verschämt verschwiegenen Wunsch, Gramps loszuwerden, herauszuarbeiten. In Bezug auf Gramps sollte deutlich werden, dass er nicht nur als der tyrannische Alte gesehen werden kann, sondern dass er äußerst verschmitzt ist, gleichzeitig aber unter den beengten Verhältnissen genauso leidet wie alle anderen. Diese Aufgabe ließe sich auch als Gruppenpuzzle organisieren, indem Expertengruppen sich jeweils eine oder mehrere Figuren vornehmen und dann in Stammgruppen eine Übersicht erstellt wird.)
  • You are Gramps (Lou, Em, Morty, Willy etc.). Explain how you feel about the rest of the family. (Eine eher gestalterische Variante der beiden obigen Aufgaben.)
  • Explain how the crisis is brought about.

Diskussion / Gestaltung

  • Imagine, Gramps has kept a diary. Write the entry in which he plans to get rid of his family. (Dient in erster Linie noch einmal dazu, die Zusammenhänge herauszuarbeiten. Interessant ist hier, dass die Schüler deftigen Slang benutzen können. Zur Vorbereitung könnte eine Analyse von Gramps‘ Sprache dienen, die zwischen Slang und (wenn es um sein Testament geht) hochtrabender, legalistischer Ausdrucksweise wechselt.)
  • Produce a radio / video scene of the fight in the apartment as part of a news programme.
  • Act out a talk show in which it is discussed whether anti-gerasone should be limited. Aside from the host the following guests should figure: members of the Schwartz family, a social worker or a member of a major church, a polititian. You are free to invite other guests as well. (Auch diese Aufgabe lässt sich als Gruppenpuzzle organisieren, indem man zunächst mit dem ganzen Kurs die Rollen festlegt, die dann von den Expertengruppen vorbereitet werden. Anschließend wird die Show in den Stammgruppen geprobt und vorgeführt. Alternativ können aus den Expertengruppen die Talkshowteilnehmer gelost werden, die dann vor der Klasse agieren — u.U. kann jedem Diskussionsteilnehmer noch ein Souffleur aus seiner Expertengruppe zugeordnet werden. Es empfiehlt sich, entsprechendes Vokabular (phrases for discussion and expressing opinion) zur Verfügung zu stellen.)